BORG Zillertal
We love Amsterdam
In das besondere Flair der niederländischen Hauptstadt eintauchen und ihr malerisches Umland kennenlernen –, dies bot sich den Schüler*innen der letztjährigen 7. Klassen vom BORG Zillertal im Rahmen einer Projektwoche.
Das Wissen um die historische Entwicklung der Stadt, wie beispielsweise der Aufstieg Amsterdams zur See- und Handelsmacht im 17. Jahrhundert, womit das ‚Goldene Zeitalter‘ eingeleitet wurde, sollte um einen wachsamen Blick der Schüler*innen für deren kulturelle Reichtümer erweitert werden. So stand es den Schüler*innen offen, im Amsterdamer Museumsquartier auf den Spuren von Rembrandt, Vermeer oder Van Gogh zu wandeln oder sich einfach – wie die Locals – für ein entspannendes Nickerchen auf der großzügigen Rasenfläche des Museumplains niederzulassen. Doch nicht nur am Museumplain im Herzen der Stadt erlebten die Schüler*innen die vielfältige und geschichtsträchtige Kunst- und Kulturszene der Niederlande, besonders begeistert zeigten sich alle vom hippen Viertel NDSM-Werft in Amsterdam-Noord, strotzend an Kreativität und Lebendigkeit. Street-Art, Graffitis, Künstler*innenateliers, Start-Ups und Gastronomie, Amsterdam-Noord bietet wohl alles, was junge Menschen zu fesseln vermag und ist dabei auch noch spannend per Fähre zu erreichen. Von den vielen bunten Wandbildern fällt eines besonders ins Auge: Das haushohe Gesicht eines Mädchens, voller Lebensfreude, strahlend, es handelt sich um das bekannte Anne-Frank-Porträt von Eduardo Kobra. Anne Frank, geboren als Anneliese Marie Frank am 12. Juni1929 und gestorben im Alter von 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen, deren Leben und Hoffen mit Amsterdam aufs engste verknüpft war und heute Teil der Erinnerungskultur der Stadt ist, auch ihre und die Geschichte der Jüdinnen und Juden zur Zeit des Nationalsozialismus standen im Mittelpunkt unserer Reise. Mehr als bewegend war es für uns alle, die engen Räumlichkeiten des Hinterhauses zu betreten, an den Wänden noch die Orginalbildchen von Filmstars & Co, die Anne und ihre Schwester Margot fein säuberlich aus Zeitschriften ausgeschnitten hatten und die noch immer etwas von den Träumen und Sehnsüchten der Mädchen erzählen. Anne charakterisiert sich auf den letzten Seiten ihres Tagebuchs als ein ‚Bündelchen Widerspruch‘, sie spricht von ihrer spöttischen Seite, ihrer Lebenslustigkeit, ihrer ausgelassenen Fröhlichkeit und dass sie auch ein amüsanter Clown für einen Nachmittag wäre, gleichsam beschreibt sie eine unter dieser Oberfläche verborgene Seite von sich, welche viel reiner, klarer und schöner ist, wie sie selbst sagt und die sie entwickeln und zum Strahlen bringen möchte – schreibend ist sie diesem Bedürfnis schon sehr nahe gekommen: Ihre Worte leben. Trotz der noch immer fühlbaren Beklemmung, Angst und Unsicherheit ist das Hinterhaus auch die Geburtsstätte einer unglaublich begnadeten, aber auch selbstkritischen jungen Schriftstellerin und dieser durften wir in Amsterdam auf besondere Art und Weise begegnen.
Unser Dank ergeht an dieser Stelle an AlexTravel für die organisatorische Abwicklung der Reise und im Besonderen an den Veranstalter ‚Amsterdamliebe‘ für die spannend geführten Touren.
